Wollen wir Zukunft? Und wenn ja, welche?

Bahnhofsvorplatz, Bernau bei Berlin am 12.04.2019 (Maren Michaelsen)

Viele Maßnahmen und Initiativen setzen sich dafür ein, Treibhausgasemissionen zu senken und so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Trotz aller Bemühungen steht fest: Das Klima wandelt sich weltweit und damit ändern sich auch unsere Lebensbedingungen. Schon jetzt im Frühling brennen die Wälder und Äcker werden zu Sandwüsten. Nicht nur die Natur und Umwelt, sondern auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung sind von diesem Wandel direkt betroffen. Neben aktivem Klimaschutz gewinnt daher auch die frühzeitige Anpassung an die Folgen des Klimawandels an zunehmender Bedeutung.

Das Projekt Bernau.Pro.Klima entwickelt bis Ende des Jahres eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel in Bernau. Nun geht es nach der vergangenen Workshop-Reihe „Klimavorsorge für Bernau“ in Sachen Beteiligung in die zweite Runde: Mit Informationsständen, Mitmachaktionen, Klimarundgängen und Befragungen möchte Bernau.Pro.Klima das Thema „Klimaanpassung“ auf die Straße bringen, einen Raum für Austausch und Diskussion über die lokalen Folgen des Klimawandels schaffen und Ihre Maßnahmenvorschläge für ein klimarobustes Bernau einsammeln.

Bürger*innen wollen Bernaus Zukunft mitgestalten

Teilnehmende des Workshops "Bernau auf dem Weg in die Heißzeit?" verorten die Auswirkungen des Klimawandels im Gemeindegebiet

Von November 2018 bis Februar 2019 fand im Rahmen des Projekts Bernau.Pro.Klima die Workshop-Reihe „Klimavorsorge für Bernau“ statt. Über 100 Bernauer*innen nutzten diese Gelegenheit, um sich über die Zukunft ihrer Stadt auszutauschen und diese mitzugestalten. Erste Maßnahmen wurden vorgeschlagen, um Bernau auf den Klimawandel vorzubereiten.

Klimawandel in Bernau

Bei den insgesamt vier Workshops haben die Teilnehmenden ihr Wissen über die Auswirkungen des Klimawandels in Bernau zusammen getragen und auf großen Karten im Gemeindegebiet verortet. Das Ergebnis zeigt, dass der Klimawandel Bernau vor unterschiedliche Herausforderung stellt: Im Siedlungsbereich sprachen die Teilnehmenden von einer zunehmenden Hitzebelastung, vermehrten Sturmschäden und einer erhöhte Überflutungsgefahr als Folge von Starkregen in Kombination mit starker Flächenversiegelung. In den von Landwirtschaft geprägten Ortsteilen im Süden Bernaus ist es die zunehmende Trockenheit, die Gewässer wie Feldsölle und Gräben teilweise komplett austrocknen lässt. Anwohner*innen beklagen außerdem eine verstärkte Staubbelastung, da die Böden auf den großen Ackerflächen austrocknen und vom Wind Richtung Wohngebiete weggetragen werden. Im Norden Bernaus sehen die Teilnehmenden eine erhöhte Waldbrandgefahr, auf die sich die Stadt frühzeitig einstellen muss.

Bernau hat Potenzial

Die gute Nachricht ist: Bernau hat Potenzial, sich an die bereits unvermeidbaren Folgen des Klimawandels anzupassen. Die Waldflächen im Norden können das Stadtklima positiv beeinflussen, wenn Frischluftschneisen von Bebauung frei gehalten werden. Die Workshop-Teilnehmer*innen befürworteten außerdem den Waldumbau hin zu mehr Laubwald, weil Laubmischwälder gerade in den heißen Sommermonaten mehr Frischluft produzieren und Kühlung spenden. Auch soll mehr Grün in der Stadt in Form von Straßenbäumen, Grünflächen, Dach- und Fassadenbegrünung für Abkühlung sorgen. Die weitere Renaturierung der Panke, die Entsiegelung von Flächen und mehr Wasserrückhalteflächen wurden als Maßnahmen vorschlagen, um künftige Überflutungen nach Starkregen zu vermeiden. Um der Trockenheit zu begegnen, soll das Wasser in der Region gehalten werden, wozu auch jede*r Hauseigentümer*in z.B. mit dem Auffangen von Regenwasser zum Gießen oder mit einem unversiegeltem Vorgarten zur Versickerung vor Ort direkt beitragen kann.   

Die Natur als Helfer

Das Fazit der Workshops lautet: Um uns an den Klimawandel anzupassen, müssen wir natürliche Lebensräume schaffen bzw. wieder herstellen – sowohl innerhalb der Stadt als auch im Umland. Nur mit dem Schutz und der Stärkung der Natur bleiben wir zukunftsfähig. Wie eine klimaangepasste Stadtentwicklung in Bernau in der Praxis aussehen kann, ist die Fragestellung bei der weiteren Beteiligung. Als Nächstes sind Klima-Rundgänge und verschiedene Aktionen im öffentlichen Raum geplant. Dabei sollen vor allem junge Menschen in Bernau beteiligt werden, da sie vom Klimawandel und seinen Folgen besonders stark betroffen sein werden.

Einladung zum Workshop:

Gewässer in Bernau – Herausforderungen und Chancen für eine klimarobuste Stadtentwicklung.

Bild: Pressestelle Bernau

Wasser ist ein wertvolles und in Zeiten des Klimawandels ein immer knapper werdendes Gut. Ändert sich das Klima, hat dies auch direkte Auswirkungen auf den Wasserhaushalt sowie die Qualität und Ökologie von Gewässern. Starkregen und Hochwasser, niedrige Wasserstände und Austrocknung sowie Sauerstoffmangel und Versauerung von Gewässern gehören zu den Folgen. Mögliche Änderungen in der Grundwasserneubildung können zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung führen. Mit der Renaturierung von Fließgewässern kann ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel geleistet werden, denn naturnahe Flüsse können vor Hochwasser schützen, den Wasserhaushalt regulieren und zur Kühlung des Stadtklimas beitragen.

 

Die Panke, das größte und wichtigste Fließgewässer in Bernau, ist in ihrer Funktionsfähigkeit gestört. Das soll sich durch die schrittweise Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in Form des Gewässerentwicklungs-konzepts Panke ändern. Ziel dabei ist es, die Panke möglichst im gesamten Stadtgebiet zu einem mäandrierenden Gewässer zu entwickeln.

 

In diesem Zusammenhang lädt das Projektteam Bernau.Pro.Klima am Montag, den 18.02.2019, um 18 Uhr in die Rotunde der Grundschule am Blumenhag, Zepernicker Chaussee 24,16321 Bernau bei Berlin ein. Ziel der Veranstaltung ist der Austausch über den Zustand, die Rolle und das Potenzial der Gewässer in Bernau für eine klimarobuste Stadtentwicklung.

Andreas Krone, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands Finowfließ, wird zu Beginn der Veranstaltung über den Zustand der Gewässer in Bernau und den aktuellen Stand der Umsetzung des Gewässerentwicklungskonzepts informieren. Im Anschluss haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Ideen, Bedenken und Wünsche für Maßnahmen zur Klimaanpassung in Bernau – wie die geplante Renaturierung der Panke im gesamten Gemeindegebiet – einzubringen. Die Ergebnisse des Workshops fließen in eine Klimaanpassungs-Strategie für Bernau und die geplanten Renaturierungsvorhaben des Wasser- und Bodenverbands mit ein.  

Im Rahmen des Projektes Bernau.Pro.Klima entwickelt die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Bernau eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel in Bernau. Dabei setzt das Projektteam auf eine möglichst breite Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Veranstaltungsreihe „Klimavorsorge für Bernau“ soll der Auftakt eines breiten Beteiligungsprozesses sein. Der Workshop „Gewässer in Bernau – Herausforderungen und Chancen für eine klimarobuste Stadtentwicklung“ ist dabei die vierte und letzte Veranstaltung dieser Workshop-Reihe. Die Ergebnisse aller Workshops fließen in die Strategieentwicklung zur Klimaanpassung in Bernau mit ein.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen:

Reden, planen und gestalten Sie mit!

 

Einladung zum Workshop:

Wälder in Bernau – Herausforderungen und Chancen für eine klimarobuste Stadtentwicklung.

Bild: Pressestelle Bernau

Am Montag, den 28.01.2019, lädt das Projektteam Bernau.Pro.Klima um
18 Uhr in den Saal Haus 7 (AUDIMAX) im Oberstufenzentrum Barnim, Hans-Wittwer-Str. 7, 16321 Bernau bei Berlin ein. Ziel der Veranstaltung ist der Austausch über die Rolle des Waldes in der Klimaanpassung und die gemeinsame Erarbeitung von Vorschlägen für die Entwicklung eines klimarobusten Waldes in Bernau. Dafür können die aktuellen Forschungsergebnisse der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde als Grundlage dienen, die die Waldwissenschaftlerin Jeanette Blumröder an diesem Abend vorstellen wird.

Was bedeutet uns der Wald? Und was bedeutet der Wald für uns und kommende Generationen? Welche Rolle spielt er heute und welche in der Zukunft? Wie klimarobust ist der Wald in Bernau eigentlich und welche Bedeutung hat er für das Stadtklima? Kann er seiner Funktion als Klimaregulierer gerecht werden und wenn nicht, was muss dafür geschehen, dass er es tut?    

Im Rahmen des Projektes Bernau.Pro.Klima entwickelt die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Bernau eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel in Bernau. Dabei setzt das Projektteam auf eine möglichst breite Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Veranstaltungsreihe „Klimavorsorge für Bernau“ soll der Auftakt eines aktiven Beteiligungsprozesses sein. Der Workshop „Wälder in Bernau – Herausforderungen und Chancen für eine klimarobuste Stadtentwicklung“ ist dabei die dritte Veranstaltung dieser Workshop-Reihe. Die Ergebnisse aller Workshops fließen in die Strategieentwicklung zur Klimaanpassung in Bernau mit ein.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen: Reden, planen und gestalten Sie mit!

Bernau auf dem Weg in die Heißzeit?

 

Vorstellung der Thermo-Karte Bernau

 

Steffen Kriewald vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung stellte am 20.11.2018 seine Forschungsergebnisse anhand einer sogenannten Thermo-Karte der Bernauer Öffentlichkeit vor. Kriewald untersuchte die Temperaturen der Oberflächen in Bernau während der Sommermonate 2013-2018. Sein Befund: Grün-, Wald- und vor allem Wasserflächen sorgten für Kühlung in der Stadt, wohingegen auf versiegelten Flächen, in Gewerbegebieten und in dicht bebauten Siedlungsgebieten das Thermometer in die Höhe schnellte. 

Die Thermo-Karte ist eine wichtige Grundlage, um Zukunftsentscheidungen für eine an den Klimawandel angepasste Stadtentwicklung treffen zu können. Die Karte gibt Aufschluss darüber, um wie viel Grad die Oberflächen von der Oberflächen-Durchschnittstemperatur abweichen. Dabei ist eine Abweichung vom Durchschnittswert von -4 °C auf Wasseroberflächen bis hin zu +10 °C auf großflächig versiegelten schwarzen Oberflächen wie dem Flachdach der Firma Weber Motors möglich. 

Bei zunehmenden Siedlungsdruck und steigenden Temperaturen in den Sommermonaten kommt der sogenannten "grünen" und "blauen" Infrastruktur eine besondere Bedeutung zu. Auch in dem anschließenden Workshop nach Kriewalds Vortrag wurden u.a. Maßnahmenvorschläge wie die Begrünung von Gebäuden, die Wiederherstellung des natürlichen Verlaufs der Panke und der Erhalt von Frischluftschneisen für ein kühleres Bernau gesammelt.

Die Thermo-Karte ist unter folgendem Link einsehbar:

http://www.pik-potsdam.de/~kriewald/bernau/

Auftaktveranstaltung von "Bernau.Pro.Klima"

 

Das Projekt "Bernau.Pro.Klima" hat sich im Rahmen einer ersten öffentlichen Veranstaltung am Mittwoch, den 9. Mai 2018 allen interessierten Bürger*innen und Institutionen der Stadt Bernau bei Berlin erstmalig vorgestellt.

 

Die Presseerklärung zur Auftaktveranstaltung kann unter der Rubrik Dokumente heruntergeladen werden.

 

Die Dokumentation der Veranstaltung steht ebenfalls unter Dokumente für den Download bereit.

 

Die Projekte ‘Partizipative und ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel – Landschaftsrahmenplanung als Kommunikations- und Gestaltungsprozess‘ (Anpass.BAR) und ‘Kommune im Dialog - Anpassung an den Klimawandel in Bernau mittels ökosystembasierter und partizipativer räumlicher Planung‘ (Bernau.Pro.Klima") werden gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

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© Centre for Econics and Ecosystem Management e.V. Fachbereich für Wald und Umwelt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde