Bernau.Pro.Klima - Anpassung an den Klimawandel in Bernau mittels ökosystembasierter und partizipativer räumlicher Planung 

Worum geht es im Projekt?

Ausgangssituation

Die Stadt Bernau bei Berlin liegt am nordöstlichen Rand der Metropole Berlin im Nordosten Deutschlands. Die Stadt hat 39.000 Einwohner*innen und umfasst ein Gemeindegebiet von 10.373 ha. Die direkte Umgebung von Bernau ist durch sehr unterschiedliche Landnutzungsformen und -intensitäten geprägt: im Norden durch die wald- und gewässerreichen Gebiete des Naturparks Barnim mit seinen wichtigen Naherholungsfunktionen, im Südosten durch die intensive Landwirtschaft der Barnimer Feldmark und im Südwesten durch den sich verdichtenden urbanen Raum Berlins (s. Abbildung 1 und Abbildung 2). Die entsprechenden Ökosysteme prägen und beeinflussen die Stadt Bernau, deren innerstädtische Ökosysteme und letztlich die Lebensqualität der Bewohner*innen. 

Die Region um Bernau gilt durch die vergleichsweise geringen Jahresniederschläge und vorherrschend sandigen Böden mit geringer Wasserspeicherkapazität als besonders vulnerabel hinsichtlich der (zukünftigen) Auswirkungen des Klimawandels. Die absehbaren Klimatrends weisen einen weiteren Niederschlagsrückgang im Frühjahr und Sommer und eine Zunahme von Extremwetterereignissen (Starkregen, Wind) auf. 

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Wechselwirkungen zwischen der Stadt Bernau mit ihrer Umgebung.
Abbildung 2: Landnutzung Barnim (Ausschnitt einer Karte aus dem Projekt Anpass.BAR).

In und um Bernau überlappen sich mehrere Extrembereiche der voraussichtlichen Klimabetroffenheit . Es lässt sich u.a. vorhersehen, dass ein besonders hohes Risiko an Hitzeereignissen bestehen wird. Dies wird in urbanen Räumen durch städtebauliche Strukturen (Verdichtung, Wärmespeicherung, gestörte Frischluftzufuhr) zusätzlich verschärft. Des Weiteren liegt die Stadt Bernau inmitten eines Bereiches, für den besonders viele Tage mit Starkniederschlägen projiziert werden. All diese Punkte und besonders auch deren Kombination stellen große Herausforderungen an Infrastruktur-, Gebäude- und Landschaftsplanungen sowie Hoch- und Niedrigwassermanagement.

Ziel des Projekts

Das Projekt verfolgt das übergeordnete Ziel der Stadt Bernau, einen dauerhaften, durch aktive Akteur*innen-Beteiligung getragenen und ökosystembasierten Anpassungsprozess an die Folgen des Klimawandels zu etablieren, der die Anpassungsfähigkeit von Bernau langfristig erhöht.

Das konkrete Projektziel ist es, durch die umzusetzenden Maßnahmen, und unter Berücksichtigung bereits existierender Strukturen und Aktivitäten, diesen Anpassungsprozess zu befördern bzw. zu dessen dauerhaften Etablierung entscheidend beizutragen.

Hieraus ergeben sich folgende Unterziele für die geplanten Maßnahmen:

  1. Erarbeitung einer ökosystembasierten Anpassungsstrategie für das Stadt-Umland-System Bernaus zur Anpassung und Weiterentwicklung der Landschafts-, Flächennutzungs- und Bebauungspläne hinsichtlich einer erhöhten Klimarobustheit
  2. Etablierung von dauerhaften Strukturen, die (i) eine Mitwirkung von Akteur*innen und interessierten Bürger*innen an Entscheidungsprozessen, die die Gestaltung ihrer (natürlichen) Lebensumwelt betreffen, und (ii) einen Austausch zum o.g. Themenkomplex ermöglichen und fördern
  3. Aufbau lokaler Kapazitäten hinsichtlich des o.g. Themenkomplexes innerhalb der Kommunalverwaltung und bei relevanten Akteur*innen (Mulitplikator*innen)
  4. Erhöhung der öffentlichen Wahrnehmung für den Themenkomplex Naturschutz, Ökosystemleistungen, Klimawandel und ökosystembasierte Anpassung.
  5. Konkrete Ausarbeitung einer im Prozess abgeleiteten Leuchtturm-Anpassungsmaßnahme.

Projektdesign

Zur Erreichung der beschriebenen Projekt(unter)ziele, verbindet das Projekt die drei thematischen Handlungsblöcke (i) ökosystembasierte Naturschutzplanung, (ii) Beteiligungsverfahren und (iii) Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

Durch das Projekt soll eine erhöhte Sichtbarkeit für das Thema Klimawandel und (ökosystembasierte) Anpassung sowie relevantes Handlungswissen innerhalb der Stadtverwaltung, der unterschiedlichen Gruppen von Akteur*innen und der interessierten Bürger*innenschaft geschaffen werden. Dies umfasst eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und die Durchführung von Veranstaltungen (z.B. Workshops, Vortragsreihen). Parallel sollen in einem breiten Beteiligungsprozess von Akteur*innen und interessierten Bürger*innen die Anpassungsbedarfe und -strategien für die Stadt Bernau identifiziert und sowie eine konkrete Leuchtturm-Maßnahme detailliert ausgearbeitet werden. Weiterhin sollen die strategischen Planungsinstrumente - Landschafts-, Flächennutzungs- und Bebauungspläne – auf ihre methodische und inhaltliche Klimawandelrobustheit analysiert und Handlungsempfehlungen zu  deren Anpassung und Weiterentwicklung erarbeitet werden. In die Handlungsempfehlungen fließen die Ergebnisse des partizipativen Prozesses ein.

 

Das Projekt besitzt eine Laufzeit von zwei Jahren (01.01.2018 – 31.12.2019) und ist in sechs Arbeitspakete gegliedert (s. Abbildung 4)

Abbildung 4: Projektdesign – Anpassung an den Klimawandel in Bernau.

Akteure im Projekt

Projektkernteam

Das Projekt wurde vom Centre for Econics and Ecosystem Management der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) beantragt und wird in enger Kooperation mit der Stadtverwaltung Bernau durchgeführt. Zusätzlich ist das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) als Kooperationspartner eingebunden. Für den Aufbau der Kapazitäten innerhalb der Stadtverwaltung sollen das gesamte Projektkernteam an allen Arbeitspaketen beteiligt werden.

Beteiligte Akteure

Zentrale Akteur*innen des Projektes sind gleichermaßen (i) Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung Bernau (ii) lokale Akteur*innen, und (iii) Akteur*innen aus den benachbarten Gemeinden und dem Landkreis Barnim (s. Abbildung 5).

Abbildung 5: Übersicht der zu beteiligenden Akteur*innen.

Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit

Die Projektergebnisse werden in einer ökosystembasierten Anpassungsstrategie der Stadt Bernau festgehalten. Neben den inhaltlichen Ergebnissen sollen auch die Prozesserfahrungen der Beteiligung (z.B. Inhalte, Chancen, Hindernisse) und die Öffentlichkeitsarbeit dokumentiert werden. Die Anpassungsstrategie kann anderen Kommunen als Vorlage für die Initiierung und Durchführung ähnlicher Prozesse dienen.

Öffentlichkeitsarbeit ist ein zentraler Bestandteil des Projektes, für die unterschiedliche Kanäle und Formate genutzt werden sollen. Diese umfassen u.a. eine Projekt-Webseite, die Zusammenarbeit mit Medien (Presse, Funk, Fernsehen), gedruckte und öffentlich ausgelegte Informationsmaterialien und die Vorstellung des Projektes auf lokalen Veranstaltungen.

Finanzierung

Gefördert wird das Projekt mit einer Quote von 90,91 % durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen des Förderprogramms "Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel" (Förderkennzeichen: 03DAS125), Projektträger ist der Projektträger Jülich. Des Weiteren stellt die Stadt Bernau Eigenmittel bereit.

 

Link zur Programmwebsite.

Die Projekte ‘Partizipative und ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel – Landschaftsrahmenplanung als Kommunikations- und Gestaltungsprozess‘ (Anpass.BAR) und ‘Kommune im Dialog - Anpassung an den Klimawandel in Bernau mittels ökosystembasierter und partizipativer räumlicher Planung‘ (KO-Klima) werden gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

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