Bürger*innen wollen Bernaus Zukunft mitgestalten

Von November 2018 bis Februar 2019 fand im Rahmen des Projekts Bernau.Pro.Klima die Workshop-Reihe „Klimavorsorge für Bernau“ statt. Über 100 Bernauer*innen nutzten diese Gelegenheit, um sich über die Zukunft ihrer Stadt auszutauschen und diese mitzugestalten. Erste Maßnahmen wurden vorgeschlagen, um Bernau auf den Klimawandel vorzubereiten.

Teilnehmende des Workshops "Bernau auf dem Weg in die Heißzeit?" verorten die Auswirkungen des Klimawandels im Gemeindegebiet

Klimawandel in Bernau

Bei den insgesamt vier Workshops haben die Teilnehmenden ihr Wissen über die Auswirkungen des Klimawandels in Bernau zusammen getragen und auf großen Karten im Gemeindegebiet verortet. Das Ergebnis zeigt, dass der Klimawandel Bernau vor unterschiedliche Herausforderung stellt: Im Siedlungsbereich sprachen die Teilnehmenden von einer zunehmenden Hitzebelastung, vermehrten Sturmschäden und einer erhöhte Überflutungsgefahr als Folge von Starkregen in Kombination mit starker Flächenversiegelung. In den von Landwirtschaft geprägten Ortsteilen im Süden Bernaus ist es die zunehmende Trockenheit, die Gewässer wie Feldsölle und Gräben teilweise komplett austrocknen lässt. Anwohner*innen beklagen außerdem eine verstärkte Staubbelastung, da die Böden auf den großen Ackerflächen austrocknen und vom Wind Richtung Wohngebiete weggetragen werden. Im Norden Bernaus sehen die Teilnehmenden eine erhöhte Waldbrandgefahr, auf die sich die Stadt frühzeitig einstellen muss.

Bernau hat Potenzial

Die gute Nachricht ist: Bernau hat Potenzial, sich an die bereits unvermeidbaren Folgen des Klimawandels anzupassen. Die Waldflächen im Norden können das Stadtklima positiv beeinflussen, wenn Frischluftschneisen von Bebauung frei gehalten werden. Die Workshop-Teilnehmer*innen befürworteten außerdem den Waldumbau hin zu mehr Laubwald, weil Laubmischwälder gerade in den heißen Sommermonaten mehr Frischluft produzieren und Kühlung spenden. Auch soll mehr Grün in der Stadt in Form von Straßenbäumen, Grünflächen, Dach- und Fassadenbegrünung für Abkühlung sorgen. Die weitere Renaturierung der Panke, die Entsiegelung von Flächen und mehr Wasserrückhalteflächen wurden als Maßnahmen vorschlagen, um künftige Überflutungen nach Starkregen zu vermeiden. Um der Trockenheit zu begegnen, soll das Wasser in der Region gehalten werden, wozu auch jede*r Hauseigentümer*in z.B. mit dem Auffangen von Regenwasser zum Gießen oder mit einem unversiegeltem Vorgarten zur Versickerung vor Ort direkt beitragen kann.   

Die Natur als Helfer

Das Fazit der Workshops lautet: Um uns an den Klimawandel anzupassen, müssen wir natürliche Lebensräume schaffen bzw. wieder herstellen – sowohl innerhalb der Stadt als auch im Umland. Nur mit dem Schutz und der Stärkung der Natur bleiben wir zukunftsfähig. Wie eine klimaangepasste Stadtentwicklung in Bernau in der Praxis aussehen kann, ist die Fragestellung bei der weiteren Beteiligung. Als Nächstes sind Klima-Rundgänge und verschiedene Aktionen im öffentlichen Raum geplant. Dabei sollen vor allem junge Menschen in Bernau beteiligt werden, da sie vom Klimawandel und seinen Folgen besonders stark betroffen sein werden.

Die Projekte ‘Partizipative und ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel – Landschaftsrahmenplanung als Kommunikations- und Gestaltungsprozess‘ (Anpass.BAR) und ‘Kommune im Dialog - Anpassung an den Klimawandel in Bernau mittels ökosystembasierter und partizipativer räumlicher Planung‘ (KO-Klima) werden gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

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