BARnim im Wandel Anpass.BAR
BARnim im WandelAnpass.BAR

Anpass.BAR – Worum geht es im Projekt?

 

Landschaftsrahmenplanung und Landschaftsrahmenplan

Gemäß Bundesnaturschutzgesetz (Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege - BNatSchG) und dem Brandenburgischen Ausführungsgesetz zum Bundesnatur-schutzgesetz (BbgNatSchG)  sind die Landkreise verpflichtet, Landschaftsrahmenpläne aufzustellen.

Landschaftsrahmenpläne haben dabei eine interne und externe Funktion. Die interne Funktion besteht darin, dass Leitbilder und Maßnahmenkonzepte zur Umsetzung von Naturschutzzielen entwickelt werden. Die externe Funktion beinhaltet einen Beitrag zur räumlichen Gesamtplanung, die Bereitstellung von Informations- und Bewertungs-grundlagen für Vorhaben anderer Planungsträger, sowie eine Raumwiderstands-analyse in der Strategischen Umweltprüfung / Umweltverträglichkeitsprüfung.

Landschaftsrahmenplanung im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern des Barnim

Landschaftsrahmenpläne sind eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Entwicklung auf regionaler Ebene, da sie letztlich darstellen, in was für einer Natur und Landschaft die Bewohnerinnen und Bewohner leben wollen. Fragen nach der Art und Verortung von Ökosystemleistungen und den Elementen der Natur, die diese für uns bereitstellen, liegen der Planung zugrunde. Auch die Anpassung an den Klimawandel spielt hier eine entscheidende Rolle. Welche Ökosysteme tragen z.B. zur Befeuchtung und Kühlung der Landschaft oder der Rückhaltung und Regulation von Wasser bei? Und wo sind diese Ökosysteme im Barnim zu finden? Welche Bedrohungen schränken die Funktionstüchtigkeit dieser Ökosysteme ein, was sind die Ursachen dafür und wie können wir ihnen begegnen? Diesen Fragen wird in einer Workshop-Reihe mit Bürgerinnen und Bürgern in verschiedenen Gemeinden nachgegangen!

Neue Wege bei der Erstellung des Landschaftsrahmenplans

Im Rahmen der Neuauflage des seit 1997 geltenden Landschaftsrahmenplans kooperiert der Landkreis Barnim mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Konkret arbeiten die Untere Naturschutzbehörde und das Zentrum für Ökonik und Ökosystemmanagement zusammen an der Erstellung eines neuartigen Landschaftsrahmenplans, welcher inhaltlich neben einem ökosystembasierten Ansatz auch die Problematik des Klimawandels und der notwendigen Anpassung daran einbezieht. Zur neuartigen Herangehensweise gehört auch, dass die Akteurinnen und Akteure und Bürgerinnen und Bürger viel stärker in den Planungsprozess einbezogen werden sollen als in der bisherigen Praxis üblich. Das vorhandene Wissen sowie Wünsche und Vorstellungen sollen direkt in den Planungsprozess einfließen, bevor es zum Entwurf eines Planes kommt.

Ziel des Projektes Anpass.BAR

Langfristiges Ziel ist es, durch einen Akteurs- und Bürgerinnen- und Bürgerdialog einen dauerhaften Beteiligungsprozess des Naturschutzes und dessen inhaltliche Anpassung an den Klimawandel zu etablieren, um somit eine nachhaltige Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen im Barnim zu unterstützen. Hierzu sollen u.a. Kooperationen zwischen der Unteren Naturschutzbehörde und relevanten Akteurinnen und Akteuren und interessierten Bürgerinnen und Bürgern aufgebaut werden und regionale Kapazitäten zu inhaltlichen und methodischen Fragestellungen der Klimawandelanpassung genutzt werden.

Ablauf und Struktur des Projektes Anpass.BAR

 

Das Projekt ist in fünf Arbeitspakete gegliedert:

  • Projekmanagement
  • Erarbeitung der Planinhalte in einem breiten Beteiligungsprozess
  • Räumliche Analysen und Erarbeitung von Karten
  • Landschaftsbild und Landschaftswahrnehmung
  • Zusammenstellung der Projektergebnisse

Durch Workshops in verschiedenen Gemeinden des Barnim fließen Wissen, Erfahrungen, Ideen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger in den Landschaftsrahmenplan ein. Zusätzlich werden durch eine Reihen von MARISCO-Workshops Akteurinnen und Akteure des Landkreises in das Projekt einbezogen.

Auf Grundlage der Ergebnisse dieses Beteiligungsprozesses werden räumliche Analysen mit digitalen Daten durchgeführt, die Aussagen über die Verbreitung und den Zustand relevanter Ökosysteme und deren Dienstleistungen ermöglichen. Mit Hilfe dieser Analysen können anschließend naturschutzfachlich wertvolle Gebiete priorisiert werden. Die Ergebnisse der Analysen und Priorisierung werden in einem Kartenwerk dokumentiert.

Außerdem wird ein Prozess initiiert, der sich der Landschaftswahrnehmung und dem Landschaftsbild widmet und die inhaltlichen Arbeiten sinnvoll ergänzt. Eine zielgruppengerechte Aufbereitung der Projektergebnisse über die Webseite, eine Datenbank sowie ein 'Barnim-Atlas zum Naturschutz' soll die Ergebnisse der breiteren Öffentlichkeit näher bringen. Zusätzlich wird eine 'Landschaftsdialogplattform' etabliert, die den stetigen Anpassungsprozess im Landkreis auch über das Projektende hinaus begleiten und unterstützen soll.

Das Projekt Anpass.BAR wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen des Aktionsplan Anpassung gefördert und stellt somit einen direkten Beitrag zur deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel dar.

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Eine Kooperation zwischen

Das Projekt ‘Partizipative und ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel – Landschaftsrahmenplanung als Kommunikations- und Gestaltungsprozess‘ (AnpassBar) gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

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